Diese Mühle ist die Jüngste der vier Mühlen um Trohe und auch unter dem Namen Germermühle und Schmidtmühle, so nach ihren späteren Besitzern, bekannt. Sie wurde ca. 1728 von Johann Philipp Neeb erbaut.
Johann Philipp Neeb entstammte einer alten Müllerfamilie die seit Generationen unter anderem im Busecker Tal beheimatet war. So finden wir die Familie Neeb auf der Mönchmühle in Beuern und auf der Großmühle in Alten-Buseck.Johann Philipp Neeb hatte ebenfalls das Müllerhandwerk erlernt und wollte sich gerne selbständig machen. Mit 26 Jahren beschloss er an der Wieseck eine weitere Mühle zu errichten. Er hatte bei Trohe ein Grundstück gefunden, wo sich die Möglichkeit bot eine weitere Mühle zu errichten und kaufte dieses Land von einem privaten Besitzer. 1728 beantragte Neeb beim Landgrafen eine Mühlenkonzession. Mit dem Bau dieser Mühle zog er sich den Ärger der Ganerben des Busecker Tals zu mit denen er dann lange im Streit lag.
Johann Philipp Neeb, der 1730 als „neuer Troher Möller“ Anna Maria Euler heiratete, starb bereits 1733 im Alter von nur 31 Jahren in Trohe. Seine einzige Tochter war zu diesem Zeitpunkt erst wenige Monate alt und verstarb noch im gleichen Jahr.
Im Jahre 1734 heiratete seine Witwe Johannes Hormel einen älteren Witwer aus Annerod. Sie blieben in Trohe und ließen dort 1735 eine Tochter taufen. Im Taufeintrag werden sie als „Eheleuthe aus der Bergmühl in Troh“ bezeichnet. Wo der Name Bergmühle herkommt ist ungewiss. Vorstellbar wäre eine Verschreibung des Pfarrers. Hätte er Burgmühle geschrieben so würde man diesen Namen mit der Nähe zur ehemaligen Weißburg in Trohe erklären können. Der Name Bergmühle allerdings findet keine Erklärung.
Anna Maria Euler hatte auch mit ihrem zweiten Ehemann kein Glück. Er verstarb 1741 im Alter von 61 ½ Jahren. Als ihr Sohn Johann Caspar 1742 im Alter von knapp 5 Jahren stirbt, steht sie verwitwet und kinderlos mit dieser Mühle da. Scheinbar wandte sie sich an Ihren Vater Johann Balthasar Euler. Johann Balthasar Euler wird zwar nie ausdrücklich als Müller bezeichnet, doch der Name Bälzermühle dürfte auf seinen Vornamen Balthasar / Balser zurückzuführen sein. Joh. Balthasar Euler hatte aus seinen drei Ehen nur noch zwei weitere Kinder, zwei Söhne. Sie waren deutlich jünger als ihre Schwester, doch bereits alt genug um die Mühle später weiterführen zu können, wenn der Vater bis dahin die Stellung hält. Der eine Bruder starb bereits 1744, doch Johann Conrad Euler taucht später immer wieder als Müllermeister zu Trohe auf. Er heiratete 1748 Maria Elisabeth Müller aus der Troher Mühle und lässt 1753 ein Kind auf der Großmühle taufen. Ob er dort seine Lehrzeit / Gesellenzeit verbrachte? Johann Conrad Euler wird von seinem Sohn Johann Philipp abgelöst. Johann Philipp stirbt 1794, doch seine Tochter Louisa heiratet 1796 den Müller Anton Rinn um die Tradition der Familie fortzuführen. Anton Rinn stirbt jedoch jung im Jahre 1804 und die Familie ist scheinbar gezwungen die Mühle aufzugeben.
In den Nachfolgenden Jahrzehnten löst ein Müller den anderen ab. Keiner scheint lange auf der Mühle geblieben zu sein.
So finden wir in den Jahren
1805 – 1809 Johann Georg Bauer und seine Ehefrau Elisabetha Marbach als Müller in der Mühle zu Trohe
1811 – 1817 Ludwig Gärmer mit seiner ersten Ehefrau Anna Margaretha oder Catharina Kleinklarin und seiner zweiten Frau Christina Forbach von Lollar auf der Mühle. Auf ihn geht der Name Germermühle zurück.
1823 – 1825 kennen wir den Müller Marcus Schmidt als Bälzermüller in Trohe. Er will die Mühle 1825 versteigern lassen.
1828 – 1830 nennt uns das Kirchenbuch Alten-Buseck den Müller Johannes Reuschling mit seiner Ehefrau Anna Margaretha Sark von Heuchelheim
Johannes Volk heiratet 1836 Anna Margaretha Inderthal aus der Großmühle. Dort war Johannes Volk nach seiner Eheschließung auch zuerst tätig. Später übernahm er dann die Bälzermühle und übergab diese an seinen Schwiegersohn Christoph Schmidt aus Rödgen. Sein Sohn Heinrich Schmidt ist den Trohern nicht nur als Müller und Bürgermeister in Erinnerung geblieben. Um seine Person ranken sich viele Geschichten. Noch heute wohnen Nachfahren des Heinrich Schmidt in der Mühle.Seit ca. 1840 ist die Mühle über viele Generationen somit bis heute im Familienbesitz.
