An der Gründungsversammlung am 1. August – einem angenehm warmen Sommerabend – nehmen 20 „Mann“ teil. Laut Beschluss beträgt der monatliche Beitrag 20 Pfennig. Schon am 11. September findet das erste Preiskegeln statt und es wird ein neues Mitglied aufgenommen. Nähere Ausführungen über die Kegelbahn, ihren Standort, Holzzahl, Preise usw. sind nicht protokolliert. In der Neujahrsnacht erfolgt eine Verlosung von 24 Gegenständen. Ein Teil des Erlöses ist für die Klubkasse bestimmt.
Am 5. Februar findet die erste Generalversammlung mit Vorstandswahl statt. Als Klub-Präsident wird Karl Schwarz gewählt. Der Vereinsdiener erhält 2 Mark jährlich. Seine Aufgaben waren das Kassieren der Mitgliedsbeiträge und das Einladen zu Versammlungen usw. Eine Ziege mit Lamm werden beim Preiskegeln „herausgekegelt“. Ein Trinkglas für den errungenen siebten Platz ist der Preis beim Kegelfest in Lollar.
Der Versuch, sich erstmals 30 Vereinsabzeichen anzuschaffen, scheitert an Lieferschwierigkeiten des Herstellers.
Durchführung des ersten Kegelfestes in Trohe. Im Protokoll heißt es: Es muss ein jeder Kegler mit vollständiger Kleidung zum Kegeln antreten. Das Rauchen und Anhalten ist verboten. Beim Jahresabschluss kosten 25 Liter Bier 6,25 Mark. Hinweis: Was mit „Anhalten“ gemeint war, kann ich heute nicht mehr sicher nachvollziehen.
Am 14. November findet der erste Familienabend des Kegelklubs statt.
In der letzten Generalversammlung vor dem ersten Weltkrieg – sie findet am 4. Januar statt – werden Franz Moritz als Vorsitzender und Heinrich Stabel als Schriftführer bestätigt. Zum 10-jährigen Bestehen feiert man an Pfingsten ein größeres Fest. Einzelheiten hierzu sind nicht festgehalten.
Die Wiederaufnahme des Vereinslebens nach Kriegsende ist im Februar, wo Franz Moritz den Vorsitz wieder übernimmt. Das Protokoll vermerkt, dass der Klub weiter dem Dill-, Lahn-, Taunuskegelbund angehört. Erstmals ist die Anlage eines Sparbuchs mit 100 Mark Einlage erwähnt. Der Monatsbeitrag beträgt jetzt 10 Pfennig.
Aus diesem Inflationsjahr sind folgende Zahlen interessant: 39 Mitglieder zahlen für das 3. Vierteljahr je 3000 Mark Beitrag – das sind 117000 Mark!.
Ein Hochzeitsgeschenk an Wilhelm Hof erscheint mit 48000 Mark im Kassenbuch.
Der Klub unterstützt den Zusammenschluss kegelsporttreibender Vereine und ist Gründungsmitglied des Keglerbundes Lahn-Buseckertal.
Anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens findet ein Meisterschaftskegeln statt. Hier wurden für Preise und Ehrenurkunden 26,50 Mark ausgegeben. Die Ehrentafel erhält eine Gedenkschrift der verstorbenen Mitglieder.
Erstmalig wird ein Wanderpreis ausgeworfen, der nach dreimaligem Gewinn in den Besitz des Keglers übergeht.
In einer Vorstandssitzung am 27. Dezember wird über die schlechte Finanzlage des Klubs berichtet. Es ist laut Protokoll zur Zeit nicht möglich, sich an Festlichkeiten oder sportlichen Veranstaltungen zu beteiligen.
In diesem Jahr feiert der Klub an Pfingsten sein 35-jähriges Stiftungsfest, zu dem von den Troher Damen eine Fahnenschleife gestiftet wird. Hierzu wird im Dorf gesammelt. Eine zweite Kegelbahn verlegt Schreiner Arnold aus Rödgen für 84 Mark. Bei Rückgabe der Bahn erstattet er ein Drittel des Betrages. Im Protokoll der Vorstandssitzung vom 28. April hat Schriftführer Albert Panzer alle Aufgaben – z. B. Einteilung der Mannschaften, der Kegelaufsteller, der Kassierer usw. - Abläufe und Zeiten genau festgehalten. Dies war zur damaligen Zeit noch nicht selbstverständlich.
Während des Krieges ist das Kegeln eingestellt. Die Tätigkeit des Klubs beschränkt sich darauf, Kontakt mit den an der Front befindlichen Kegelbrüdern zu halten und ihnen zu Weihnachten ein Päckchen aus der Heimat zu schicken.
Von März 1944 und in den darauf folgenden Nachkriegsjahren ruhte das Vereinsleben noch bis Ende 1947 völlig.
Am 4. Januar findet die Neugründung statt. Heinrich Briegel wird Vorsitzender und Wilhelm Noll Schriftführer. Zur Generalversammlung am 27. März treten dem Klub 14 neue Mitglieder bei. Die notwendige Anschaffung einer neuen Kegelbahn erfolgt durch die Schreinerei Krämer aus Alten-Buseck. Die neue Kegelbahn befand sich in einer überdachten, jedoch seitlich offenen Halle auf dem Gelände der Gastwirtschaft „Zum Burgkeller“.
Aus diesem Jahr berichtet das Protokoll von der Teilnahme am Bundeskegelfest in Lollar mit Erwin Rübsamen als Bundesfestmeister, einem gelungenen Lampionfest und einer erlebnisreichen Busfahrt an den Rhein.
Ein wichtiger Abschnitt im Vereinsleben ist der Neubau des Keglerheimes, die Einweihung mit Durchführung des Bundeskegelfestes anlässlich des 50-jährigen Bestehens mit der Teilnahme von über 60 Mannschaften. Dies ist auch das Gründungsdatum des Damenkegelklubs „Alle Neun“, wobei die Damenmannschaft Bundesfestsieger wird. Ab diesem Zeitpunkt war ganzjähriges Kegeln möglich, da die Kegler und die Kegelbahn nun nicht mehr der Witterung ausgesetzt waren.
In einer Vorstandssitzung vom September wird das Auswerfen eines Wanderpokals zwischen den Vereinen aus Trohe und Rödgen sowie das Gänsepreiskegeln besprochen.
In diesem Jahr übernimmt der Klub das Bundeskegelfest. Die Kegelaufsteller erhalten je Stunde 2 DM und durch die Orstschelle werden die Mitglieder aufgefordert, zum Arbeitseinsatz auf dem Festplatz zu erscheinen.
Zum 60-jährigen Bestehen führt der Klub ein internes Jubiläumskegeln und einen geselligen Abend durch.
Nachdem alle am Bau des Keglerheimes beteiligten Mitglieder den Vorjahren für jede geleistete Arbeitsstunde 5 Pfennig erhielten, werden sie nun auf Kosten der Klubkasse zu einem gemütlichen Abend eingeladen und damit das Thema Vergütung für geleistete Arbeitsstunden abgeschlossen.
65. Geburtstagsfeier im ausverkauften Bürgerhaus mit 17 Programmpunkten unter Mitwirkung der Damen und des Gesangvereins Eintracht Trohe.
Im Blockhaus wird der Aufstieg in die A-Klasse in Anwesenheit von Bürgermeister Werner Jost gebührend gefeiert. Es gibt Rippchen mit Kraut und Bier in größeren Mengen.
In der Jahreshauptversammlung am 8. Januar stimmen 69 anwesende Mitglieder dem Zusammenschluss mit dem Damenkegelclub zu.
Der Klub feiert im großen Rahmen in der vollbesetzten Harbig-Halle mit dem Schirmherren Bürgermeister Helmut Hofmann und dem Festpräsidenten Werner Deibel sein 75-jähriges Bestehen.